Brustvergrößerung

Brustvergrößerung bei Trichterbrust und unregelmäßigem Brustkorb: was bei der Planung anders ist

Bei den meisten Planungen für eine Brustvergrößerung ist der Brustkorb die stille Konstante: Er ist einfach da, und das Implantat wird darauf gesetzt. Bei Frauen mit einer Trichterbrust, einer Kielbrust oder einer deutlichen Asymmetrie des Brustkorbs ist das anders. Hier bestimmt die Form der Rippen und des Brustbeins mit, wie die Implantate später stehen, ob sie zur Mitte rutschen oder nach außen kippen und ob die Brüste trotz gleich großer Implantate verschieden wirken.

Viele Betroffene haben sich mit der Form ihres Brustkorbs arrangiert und erwähnen sie im Beratungsgespräch gar nicht. Dieser Beitrag erklärt, warum das wichtig ist, welche Besonderheiten bei der Planung berücksichtigt werden und welche Verfahren infrage kommen. Er ersetzt keine Untersuchung. Ob und wie bei Ihnen operiert werden kann, klären Sie mit einer erfahrenen Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie.

Was eine Trichterbrust ausmacht

Bei einer Trichterbrust (Pectus excavatum) ist das Brustbein mit den angrenzenden Rippenknorpeln nach innen gesunken. Es entsteht eine Mulde in der Mitte des Brustkorbs, die flach oder tief, symmetrisch oder zu einer Seite verschoben sein kann. Die Fehlbildung ist angeboren und wird oft in der Kindheit oder Pubertät deutlicher. In ausgeprägten Fällen kann sie Herz und Lunge beeinträchtigen. Das klären Fachärzte für Thoraxchirurgie oder Kinderchirurgie, nicht die Brustchirurgie.

Für die Brust hat die Trichterbrust typische Folgen:

  • Die Brüste stehen oft weiter auseinander und zeigen leicht nach außen.
  • Die Brust auf der tieferen Seite des Trichters kann kleiner oder tiefer wirken.
  • Die Unterbrustfalten liegen nicht selten auf unterschiedlicher Höhe.
  • Die Mulde in der Mitte bleibt sichtbar, auch wenn die Brust vergrößert wird.

Kielbrust, Skoliose und andere Formen

Bei einer Kielbrust (Pectus carinatum) steht das Brustbein nach vorn. Implantate neigen dann dazu, seitlich abzuweichen, und das Dekolleté wirkt breiter. Eine Skoliose kann den Brustkorb verdrehen, sodass eine Seite vorgewölbt und die andere abgeflacht ist. Auch beim Poland-Syndrom, bei dem der große Brustmuskel auf einer Seite fehlt oder unterentwickelt ist, braucht es eine eigene Planung. Allen diesen Formen ist gemeinsam: Gleiche Implantate auf ungleicher Unterlage ergeben kein gleiches Ergebnis.

Seitliche Ansicht eines Brustkorbs mit leicht eingesunkenem Brustbein bei einer Trichterbrust

Was bei der Planung anders ist

Genaue Untersuchung und Dokumentation

Am Anfang steht eine sorgfältige Untersuchung im Stehen, Sitzen und Liegen. Die Chirurgin misst beide Brüste getrennt, prüft die Höhe der Unterbrustfalten und dokumentiert die Brustkorbform mit Fotos aus mehreren Richtungen. Bei ausgeprägten Befunden kann eine Bildgebung des Brustkorbs hilfreich sein, um die Tiefe der Mulde und die Stellung der Rippen besser einzuschätzen. Diese Befunde werden auch vor der Operation mit Ihnen besprochen, damit Sie wissen, welche Asymmetrie schon vorher bestand.

Unterschiedliche Implantate pro Seite

Oft werden auf beiden Seiten unterschiedliche Implantate gewählt, etwa ein anderes Volumen, ein anderes Profil oder eine andere Breite, um die Unterlage auszugleichen. Wie das bei Brustasymmetrie allgemein funktioniert, beschreibt unser Beitrag zum Ausgleich einer Brustasymmetrie.

Lage und Tasche

Bei einer Trichterbrust neigen Implantate dazu, in die Mulde zur Mitte zu rutschen oder bei divergierender Brust nach außen zu kippen. Die Tasche wird deshalb besonders genau präpariert, manchmal mit einer festeren Begrenzung zur Mitte oder zur Seite. Ob das Implantat vor oder hinter dem Muskel liegt, hängt auch davon ab, wie der Muskel über der unregelmäßigen Unterlage verläuft. Mehr zu den Lagen lesen Sie im Beitrag zur Implantatposition über oder unter dem Muskel.

Unterbrustfalte

Liegen die Falten auf unterschiedlicher Höhe, kann eine Seite gezielt abgesenkt oder angehoben werden. Wie die neue Faltenposition geplant und fixiert wird, erläutert der Beitrag zur Unterbrustfalte bei der Brustvergrößerung.

Die Mulde selbst ausgleichen

Ein Brustimplantat vergrößert die Brust, füllt aber nicht die Mulde über dem Brustbein. Wer auch die Vertiefung ausgleichen möchte, hat je nach Befund einige Möglichkeiten, die mit der Fachärztin abzuwägen sind:

  • Eigenfett (Lipofilling): Bei flacher Mulde kann Fett aus Bauch oder Oberschenkeln in mehreren kleinen Portionen eingebracht werden. Ein Teil des Fetts wird wieder abgebaut, oft sind mehrere Sitzungen nötig. Mehr dazu im Beitrag zur Eigenfett-Brustvergrößerung.
  • Individuell angefertigte Silikonimplantate: Für tiefere Trichter gibt es Implantate aus festem Silikon, die anhand einer Bildgebung für den einzelnen Brustkorb gefertigt und unter die Haut und Muskeln über dem Brustbein gelegt werden. Dieser Eingriff wird nur an wenigen Zentren angeboten.
  • Korrektur des Brustkorbs: Verfahren, die das Brustbein selbst anheben, gehören in die Thoraxchirurgie und werden vor allem bei funktionellen Beschwerden und bei jüngeren Patientinnen erwogen.

Manchmal ist es sinnvoll, die Brustkorbkorrektur vor der Brustvergrößerung zu planen, weil sich die Brustposition danach verändert. Die Reihenfolge sollte daher früh abgestimmt werden.

Plastische Chirurgin plant an einem Brustkorbmodell eine Brustvergrößerung mit unterschiedlichen Implantaten

Realistische Erwartungen

Eine Brustvergrößerung kann eine Trichterbrust optisch deutlich abmildern, vor allem wenn sie leicht ist. Eine vollkommen symmetrische Brust auf einem asymmetrischen Brustkorb ist aber in der Regel nicht erreichbar. Ziel ist ein harmonischeres Gesamtbild, bei dem kleine Unterschiede bleiben dürfen. Wichtig ist auch zu wissen, dass das Risiko für Fehllagen bei unregelmäßigem Brustkorb höher sein kann und eine Korrektur später nötig werden kann. Fragen Sie Ihre Chirurgin offen, wie oft sie Patientinnen mit ähnlicher Ausgangslage operiert.

Heilung und Nachsorge

Der Heilungsverlauf unterscheidet sich zunächst wenig von einer üblichen Brustvergrößerung. Wegen der erhöhten Neigung zu Fehllagen legen viele Chirurginnen aber besonderen Wert auf einen gut sitzenden Stütz-BH, manchmal mit einem zusätzlichen Band, das die Implantate in Position hält. Nach einem Lipofilling der Mulde kommen Schwellungen an der Entnahmestelle hinzu. In den ersten Monaten sind Kontrollen wichtig, um zu sehen, ob die Implantate dort bleiben, wo sie hingehören. Fotos aus denselben Blickwinkeln wie vor der Operation helfen, Veränderungen objektiv zu beurteilen. Mit Sport und Übungen für die Brustmuskulatur sollten Sie erst nach Freigabe beginnen.

Fragen für das Beratungsgespräch

  • Wie beeinflusst meine Brustkorbform die Wahl von Implantat und Lage?
  • Empfehlen Sie unterschiedliche Implantate für beide Seiten?
  • Kann die Mulde in der Mitte mit behandelt werden, und in welcher Reihenfolge?
  • Sollte vorher eine Thoraxchirurgin oder ein Lungenfacharzt untersuchen?
  • Welche Asymmetrie wird nach der Operation voraussichtlich bleiben?

Ihre Brustvergrößerung bei besonderem Brustkorb

Bei uns beginnt die Planung bei einer Trichterbrust oder einem unregelmäßigen Brustkorb mit viel Zeit für Untersuchung und Messung. Wir dokumentieren Ihre Ausgangslage genau, zeigen Ihnen anhand von Fotos, welche Unterschiede vorhanden sind, und erklären, wie wir Implantate, Lage und Tasche darauf abstimmen. Wenn eine ergänzende Behandlung der Mulde sinnvoll ist oder eine thoraxchirurgische Abklärung vorab nötig erscheint, sagen wir Ihnen das offen. Mehr zum Ablauf finden Sie auf der Seite zur Brustvergrößerung. Für einen Beratungstermin schreiben Sie uns über die Kontaktseite.

Vereinbaren Sie Ihr persönliches Beratungsgespräch

Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und Wünsche.

Termin anfragen