Nach einer Bruststraffung oder Brustverkleinerung sind die meisten Patientinnen mit der neuen Form zufrieden. Bei einigen bleibt aber eine Stelle, die stört: ein kleiner Hautüberschuss am Ende der Narbe, eine Narbe, die breiter geworden ist als erwartet, oder eine Brust, die nach einigen Monaten etwas anders sitzt als die andere. Solche Befunde sind kein Zeichen einer missglückten Operation. Sie gehören zu den bekannten Folgen dieser Eingriffe und lassen sich oft mit einer kleineren Nachkorrektur verbessern.
Dieser Beitrag erklärt, welche Befunde nach Straffung und Reduktion häufiger zu einer Nachkorrektur führen, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist und wie der Eingriff in der Regel abläuft. Er ersetzt keine Untersuchung. Ob und wann bei Ihnen eine Korrektur sinnvoll ist, beurteilt Ihre Chirurgin nach dem Heilungsverlauf.
Warum nach Straffung und Reduktion Korrekturen vorkommen
Bei einer Bruststraffung oder Brustverkleinerung wird Haut entfernt, Drüsengewebe umgeformt und die Brustwarze versetzt. Das Ergebnis hängt stark davon ab, wie sich Haut und Gewebe in den Monaten nach der Operation verhalten. Haut dehnt sich nach, Schwellungen gehen zurück, das Gewebe sinkt unter dem Einfluss der Schwerkraft etwas ab. Dieser Prozess ist individuell, und nicht jede Veränderung lässt sich im Operationssaal vorhersehen.
Viele Chirurgen sprechen das schon im Aufklärungsgespräch an und nennen die Möglichkeit einer Nachkorrektur. Das ist ein Zeichen für eine ehrliche Beratung. Fragen Sie vor der ersten Operation, wie die Praxis mit kleineren Korrekturen umgeht und ob dafür Kosten entstehen.
Dog Ears: der Hautüberschuss am Narbenende
Als Dog Ears bezeichnen Chirurgen kleine Hautwülste an den Enden einer Narbe. Sie entstehen, wenn eine längliche Hautfläche zusammengenäht wird und an den Enden etwas Haut übersteht. Bei Brustoperationen mit T-Schnitt oder bei langen Schnitten in der Unterbrustfalte zeigen sie sich oft seitlich zur Achsel hin oder in der Mitte zum Brustbein.
Ein Teil dieser Wülste bildet sich in den ersten Monaten von selbst zurück, wenn die Schwellung abnimmt und sich die Haut anpasst. Bleibt ein deutlicher Überschuss, kann er meist in örtlicher Betäubung entfernt werden. Dabei wird die Narbe etwas verlängert und der Überschuss ausgeschnitten. Liegt unter dem Wulst auch Fettgewebe, etwa seitlich am Brustkorb, kann eine begrenzte Fettabsaugung dazukommen.
Breite oder auffällige Narben
Narben nach Straffung und Reduktion brauchen etwa ein Jahr, bis sie ausgereift sind. In dieser Zeit verändern sie Farbe und Dicke. Manche werden trotz guter Pflege breiter, besonders an Stellen mit viel Spannung, etwa dort, wo sich beim T-Schnitt die senkrechte und die waagrechte Narbe treffen.
Eine Narbenkorrektur wird in der Regel erst geplant, wenn die Narbe ausgereift ist. Dabei wird das Narbengewebe ausgeschnitten und die Wunde neu, möglichst spannungsarm vernäht. Eine Garantie für eine schmalere Narbe gibt es nicht: Wer zu breiten Narben neigt, kann auch nach der Korrektur wieder eine breitere Narbe bekommen. Vor der Operation werden daher meist zuerst konservative Möglichkeiten genutzt, etwa Silikonauflagen. Hinweise zur Pflege finden Sie im Beitrag zur Narbenpflege nach Brustoperationen. Bei wulstigen oder juckenden Narben, die über den Schnittrand hinauswachsen, kommen weitere Behandlungen infrage, die vor einem Eingriff abgeklärt werden sollten.
Form, Symmetrie und Warzenhof
Wenn die Brust nachsackt
Einige Monate nach der Operation kann das Gewebe im unteren Brustbereich nachgeben. Die Brustwarze wirkt dann zu hoch, weil das Gewebe darunter nach unten gerutscht ist. Fachleute sprechen von Bottoming out oder Pseudoptose. Eine Korrektur setzt meist am unteren Pol an, indem Haut aus diesem Bereich entfernt und die Unterbrustfalte neu gesichert wird.
Unterschiede zwischen beiden Seiten
Kein Körper ist symmetrisch, und auch nach einer sorgfältigen Operation bleiben kleine Unterschiede. Sind sie deutlich, etwa in Größe, Höhe der Brustwarze oder Form, kann eine einseitige Korrektur sinnvoll sein. Mehr zu den Methoden im Beitrag zur Angleichung asymmetrischer Brüste.
Warzenhof
Ein Warzenhof kann sich nach der Operation wieder vergrößern oder oval werden, vor allem wenn die Haut unter Spannung steht. Eine Verkleinerung ist oft mit einem Schnitt rund um den Warzenhof möglich.
Der richtige Zeitpunkt
Die wichtigste Regel für eine Nachkorrektur ist Geduld. Viele Befunde, die in den ersten Wochen auffallen, verbessern sich von selbst. Die Form der Brust setzt sich über mehrere Monate, Narben brauchen etwa ein Jahr. Die meisten Chirurgen empfehlen deshalb, mit kleineren Korrekturen mindestens sechs Monate zu warten, bei Narbenkorrekturen oft länger. Eine frühere Operation ist vor allem dann nötig, wenn eine Wundheilungsstörung oder eine Komplikation vorliegt. Welche Zeichen in den ersten Wochen ernst zu nehmen sind, beschreibt der Beitrag zu Wundheilung und frühen Komplikationen.
Bei einer Brustverkleinerung sollte auch das Körpergewicht stabil sein. Haben Sie nach der Operation deutlich zu- oder abgenommen, verändert das die Brust, und eine Korrektur wäre wenig aussagekräftig.
Wie eine Nachkorrektur abläuft
Kleinere Nachkorrekturen wie das Entfernen eines Dog Ears oder eine Narbenkorrektur sind oft ambulant in örtlicher Betäubung möglich, manchmal mit einem Dämmerschlaf. Größere Eingriffe, etwa die Korrektur des unteren Brustpols oder eine Angleichung der Seiten, werden meist in Vollnarkose durchgeführt. Die Erholung ist in der Regel kürzer als nach der ersten Operation.
- Vorab werden der Befund untersucht, Fotos verglichen und das Ziel der Korrektur genau besprochen.
- Die Anzeichnung erfolgt meist im Stehen, wie bei der ersten Operation.
- Nach dem Eingriff tragen Sie für einige Zeit wieder einen Stütz-BH.
- Sport und schwere Belastung sind für eine kürzere Zeit eingeschränkt als nach dem Ersteingriff.
Kosten und Kassenleistung
Ob für eine Nachkorrektur Kosten entstehen, hängt von der ursprünglichen Operation und von der Vereinbarung mit Ihrer Praxis ab. Manche Praxen führen kleinere Korrekturen innerhalb eines bestimmten Zeitraums ohne zusätzliches Honorar durch, berechnen aber Narkose oder Klinikaufenthalt. Andere rechnen jede Korrektur gesondert ab. Lesen Sie dazu den Behandlungsvertrag Ihrer ersten Operation.
Wurde eine Brustverkleinerung von der Krankenkasse bezahlt, bedeutet das nicht automatisch, dass auch eine spätere Korrektur übernommen wird. Ist die Nachkorrektur rein ästhetisch, etwa bei einem kleinen Dog Ear ohne Beschwerden, handelt es sich in der Regel um eine Privatleistung. Klären Sie das vor dem Eingriff mit Ihrer Kasse und Ihrer Praxis.
Fragen, die Sie stellen sollten
- Wird sich der Befund noch von selbst verbessern, oder ist eine Korrektur sinnvoll?
- Wie lange sollte ich noch warten?
- Welche Betäubung ist für die Korrektur nötig?
- Wie verändert sich die Narbe durch den Eingriff?
- Entstehen für die Nachkorrektur Kosten, und wenn ja, welche?
Nachkorrekturen in unserer Praxis
Wir untersuchen Sie gründlich, vergleichen den Befund mit den Fotos vor und nach Ihrer ersten Operation und sagen Ihnen offen, ob eine Korrektur Ihr Ergebnis tatsächlich verbessern kann. Das gilt auch, wenn Sie zuerst anderswo operiert wurden. Weitere Beiträge zu Korrektureingriffen finden Sie in der Kategorie Brustformkorrektur, Informationen zum Ersteingriff auf der Seite zur Bruststraffung. Für einen Termin erreichen Sie uns über die Kontaktseite.