Wenn das Implantat nicht an seinem vorgesehenen Ort verbleibt, ...
Ein Implantat befindet sich in einer Tasche, die während der Operation angelegt wird. Diese Tasche hat bestimmte Grenzen: unten ist dies die Unterbrustfalte, innen reicht sie bis zum Bereich des Brustbeins, und außen begrenzt sie die seitliche Begrenzung. Solange diese Grenzen erhalten bleiben, wird das Implantat an seinem Platz verbleiben. Wenn diese Grenzen nachgeben, verschoben sich die Implantate, und die Brust verändert ihre Form, obwohl mit dem Implantat selbst nichts passiert ist.
Für diese Verschiebungen gibt es spezielle Begriffe, die im Beratungsgespräch fallen. Diese Begriffe werden selten erklärt. Beispielsweise sind Bottoming Out, Symmastie und Doppelblase Fachbegriffe, die sich jedoch anschaulich und verständlich darstellen lassen. Wenn man diese Begriffe kennt, erhält man ein besseres Verständnis dafür, warum bei der Planung über Größe und Gewebe gestritten wird und was bei einer Korrektur ansteht.
Dieser Beitrag beschreibt die drei häufigsten Fehllagen, ihre Ursachen und die Methoden zur Korrektur. Er ersetzt keine medizinische Untersuchung. Falls sich Ihre Brust verändert hat, lassen Sie sich das unbedingt anschauen.
Bottoming Out: das Implantat gleitet nach unten.
Hier gibt die Unterbrustfalte nach. Das Implantat wandert nach unten, und die Folgen sind an zwei Stellen sichtbar: Die Brustwarze zeigt zu weit nach oben, da sie mit dem Gewebe an ihrem Platz bleibt, während sich das Volumen unter ihr sammelt. Gleichzeitig wird der Abstand zwischen Brustwarze und Unterbrustfalte länger.
Der zweite Punkt ist verlässlicher. Ein nach oben zeigender Eindruck einer Brustwarze kann täuschen, während die gemessene Strecke präziser ist. Daher wird bei der Beurteilung gemessen, nicht nur angesehen.
Warum es passiert
- Ein Implantat, das für das vorhandene Gewebe zu schwer ist.
- Eine dünn und wenig belastbare Gewebedecke.
- Eine Unterbrustfalte, die bei der Operation zu weit nach unten gelöst wurde.
- Gewebe mit einer von Natur aus geringen Festigkeit.
- Zeit und Schwerkraft wirken auf beide ein.
Der erste Punkt ist der häufigste und der einzige, der sich vor der Operation vollständig steuern lässt. Ein Implantat übt dauerhaft Zug aus, jeden Tag, jahrelang. Gewebe, das dieser Belastung nicht gewachsen ist, gibt irgendwann nach. Das ist keine Frage von Disziplin oder Pflege, sondern von Statik. Wie Volumen und Gewebedecke zusammenhängen, beschreibt der Beitrag zur Implantatposition über oder unter dem Muskel.
Symmastie: Die Brüste wachsen zur Mitte hin zusammen.
Bei der Symmastie geben die inneren Begrenzungen nach. Die beiden Implantattaschen nähern sich über dem Brustbein an oder verschmelzen miteinander. Der natürliche Abstand zwischen den Brüsten verschwindet, und die Haut über dem Brustbein hebt sich vom Knochen ab. Im Alltag ist dafür der Ausdruck „Uniboob" gebräuchlich.
Die Ursachen liegen oft in der Kombination aus zu breiten Implantaten und einer Präparation, die zur Mitte hin zu weit ging. Wer den Abstand zwischen den Brüsten verkleinern möchte, da er ein tieferes Dekolleté wünscht, bewegt sich genau in diese Richtung. Der Wunsch ist verständlich und hat eine anatomische Grenze: Das Gewebe über dem Brustbein ist dünn, und was dort einmal abgelöst ist, wächst nicht einfach wieder an.
Die Symmastie ist die aufwendigste der drei Fehllagen bei der Korrektur, da eine Grenze wiederhergestellt werden muss, die im Ausgangszustand nur aus Bindegewebe bestand. Genau deshalb ist Zurückhaltung bei der Basisbreite hier keine Vorsicht, sondern Planung.
Doppelblase: eine quer über der Brust verlaufende Kante.
Die Doppelblase, auch im Englischen als Double Bubble bezeichnet, ist ein sichtbarer, waagerechter Faltenzug im unteren Bereich der Brust. Es wirkt, als wären zwei Wölbungen übereinander gestapelt. Dieser Effekt entsteht, da die ursprüngliche Unterbrustfalte erhalten bleibt, während das Implantat darunter liegt oder die Falte an einer anderen Stelle neu angelegt wurde.
Besonders häufig tritt das bei Brustformen auf, bei denen die Falte von Natur aus hoch sitzt oder das Gewebe eng an der Brustwand fixiert ist, etwa bei der tuberösen Brust. Deshalb gehört diese Form zu den Ausgangslagen, bei denen die Planung besonders sorgfältig sein muss. Diese Ausgangslage beschreibt der Beitrag zur Korrektur der tuberösen Brust.
| Fehllage | Was nachgibt | Sichtbares Zeichen |
|---|---|---|
| Bottoming Out | Untere Begrenzung | Brustwarze steht hoch, Strecke darunter verlängert |
| Symmastie | Innere Begrenzung | Kein Abstand zwischen den Brüsten |
| Doppelblase | Alte Falte bleibt bestehen | Waagrechte Kante im unteren Bereich |
| Laterale Verlagerung | Seitliche Begrenzung | Implantate rutschen beim Liegen in die Achsel. |
Die vierte Zeile ist der Vollständigkeit halber hinzuzufügen. Ein seitliches Abrutschen des Implantats im Liegen ist bis zu einem gewissen Grad normal, da Implantate der Schwerkraft folgen. Es wird störend, wenn das Abrutschen auch im Stehen auffällt.
Wie korrigiert wird
Allen Korrekturen gemeinsam ist, dass die Tasche wieder klare Grenzen erhalten muss. Die Techniken unterscheiden sich in der Art und Weise, wie dieses Ergebnis erreicht wird.
- Die Tasche wird durch Nähte verkleinert, die von innen eine neue Begrenzung schaffen (Kapselraffung).
- Der Bereich, der zu weit gelöst wurde, muss verschlossen werden, damit das Implantat nicht mehr dorthin gelangen kann.
- Ein Wechsel zum Einsatz eines anderen Implantats, oft kleiner oder mit einer anderen Basisbreite.
- Der Wechsel der Ebene beinhaltet die Erstellung einer neuen Tasche an einer anderen Stelle.
- Wenn Ihr eigenes Gewebe zu schwach ist, kann es mit Stützmaterial verstärkt werden.
Der vorletzte Punkt ist eleganter, als er auf den ersten Blick erscheint. Wenn eine Tasche ausgeleiert ist, kann es sinnvoll sein, eine neue Tasche in einer anderen Schicht zu platzieren. Diese neue Tasche kann stabiler sein als die Reparatur der alten. Dies ist einer der Gründe, warum bei Revisionen manchmal die Positionen von Elementen gewechselt werden.
Ein Punkt, der ehrlich dazugehört: Korrekturen sind anspruchsvoller als der Ersteingriff. Das Gewebe ist vernarbt, die Verhältnisse sind verändert, und die Statik, die einmal nachgegeben hat, ist nicht plötzlich belastbarer. Deshalb geht eine Korrektur oft mit einem kleineren Implantat einher, und das ist keine Sparmaßnahme, sondern die Konsequenz aus dem, was passiert ist. Den allgemeinen Ablauf beschreibt der Beitrag zu Implantatwechsel und Revision.
Was Sie tun können, bevor etwas Unangenehmes passiert.
Der wirksamste Zeitpunkt liegt vor dem Ersteingriff. Wählen Sie ein Implantat, dessen Basisbreite und Gewicht zu Ihrem Gewebe passen, und nicht das größte, das gerade noch hineingeht. Tragen Sie den Stütz-BH so lange, wie es vorgegeben ist, weil er in der Phase hilft, in der sich die Kapsel bildet. Und lassen Sie Veränderungen früh ansehen: Eine beginnende Fehllage lässt sich einfacher angehen als eine ausgeprägte.
Wir sprechen bei der Planung ausdrücklich über die Belastbarkeit Ihres Gewebes, auch wenn das Gespräch dadurch ernüchternder wird. Wer von uns ein kleineres Implantat vorgeschlagen bekommt, als er sich vorgestellt hat, bekommt die Begründung dazu. Weitere Beiträge zur Formkorrektur finden Sie in der Kategorie Brustformkorrektur, und unsere Leistungen dazu unter Brustformkorrektur.
Wenn sich die Form Ihrer Brust verändert hat, melden Sie sich über das Kontaktformular. Bringen Sie Fotos aus der Zeit kurz nach der Operation mit, falls Sie welche haben. Der Vergleich sagt mehr als jede Beschreibung.